Fronten im Klimakampf

Laut einer neuen Studie des World Wildlife Fund (WWF) könnte bis 2030 eine Fläche fünfmal so groß wie Deutschland verloren gehen. Eine große Rolle spielt dabei auch die Entwaldung der Amazonasregion in Brasilien, hier befürchten die Umweltschützer den größten Verlust von Wald. Innerhalb der kommenden 15 Jahre könnten 30 Prozent der gigantischen Fläche kahl sein. Die Klimafolgen sind schon spürbar.

Als Hauptursachen macht der WWF Viehzucht, die Expansion der industriellen Landwirtschaft oder auch den Bau gigantischer Wasserkraftwerke aus. „Brasilien ist gerade dabei, sämtliche Erfolge beim Umweltschutz der letzten Jahrzehnte über Bord zu werfen“, sagt Roberto Maldonado, Südamerika-Referent beim WWF Deutschland. Damit meint er Versuche der Politik, Aufweichungen des Regenwaldschutzes und der Protektion indigener Gebiete zu erreichen, zugunsten von Wirtschaftsprojekten.

Eigentlich ist die Entwaldung seit einem Höhepunkt im Jahr 2003 kontinuierlich gesunken. Laut der Non-Profit-Organisation Imazon aus Manaus sogar um 80 Prozent. Grund seien vor allem ambitionierte Umweltprojekte der brasilianischen Regierung sowie bessere Kontrolle der Abholzungen mit Hilfe von Satelliten. Imazon betreibt hier auch ein eigenes Überwachungssystem. Doch seit nun fast einem Jahr geht die Abholzung wieder in die andere Richtung. März 2015 war der elfte Monat in Folge, in dem die Abholzung laut Imazon im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat und zwar um schwindelerregende 190 Prozent.

Die Klima-Folgen sind schon spürbar

Brasilianische Klimaforscher sind besorgt über diesen Trend. Der Südosten Brasiliens durchlebt die Schlimmste Dürre seit 80 Jahren  – die Trinkwasserreservoirs von Rio de Janeiro und São Paulo waren im Januar auf einem historischen Tiefstand, Wasserrationierungen gehören seit Monaten zum Alltag der Menschen in den Metropolen. Einer der Gründe liegt für einige Forscher auf der Hand: Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes. Denn er ist nicht nur die Lunge des Landes, sondern sorgt auch für Wasseraustausch. Es wird von den Bäumen in die Luft abgegeben – wie ein Fluß in der Luft zieht das Wasser dann in den Südosten Brasiliens, je weniger Bäume, desto weniger Wasser also.

 

weiterführende Links:

WWF Report mit vielen Infografiken und Details über weitere Fronten der Regenwaldabholzung:

WWF Living Forest Report: Chapter 5

Entwicklung der Abholzung in Brasilien:

NGO Imazon Manaus, englische Website

Beschreibung der Dürre-Problematik im Südosten Brasiliens auf Deutsch:

“Brasilien fällt trocken”, Junge Welt vom 20.03.2015

 

Fotoquelle: Pixabay

 

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